Detektei Menge

Express 31.12.2008

Giuseppe Schillaci vor seinem ausgebrannten Gartenhaus. Foto: Johannes Galert

 

Mönchengladbach - Streit eskaliert?

Schrebergärtner die Hütte angezündet

Von MICHAEL KERST
Seit 40 Jahren lebt der Italiener Giuseppe Schillaci (72) in Deutschland, seit 21 Jahren hat er seinen geliebten Schrebergarten an der Habichtstraße in Mönchengladbach. Jetzt wurde sein Gartenhäuschen bei einem Brandanschlag zerstört – für den Laubenpieper eine Katastrophe. Ist das Feuer der Höhepunkt eines langen Nachbarschaftsstreits?

Unter den Nachbarn in den Schrebergärten ist Giuseppe, den hier alle „Jupp“ nennen, beliebt. „Als Elektriker habe ich damals alle Häuser an den Strom angeschlossen“, erzählt der Rentner.

Mit dem Idyll war es zu Ende, als auf dem Nachbargrundstück Josef D. (65, Name geändert) „einzog“. Der soll von Anfang an auf Auseinandersetzungen mit Schillaci aus gewesen sein, baute sogar einen zwei Meter hohen Zaun zwischen den Grundstücken auf.

Und dann kam es immer wieder zu Zerstörungen: Waschbecken und Blumenkübel wurden zerschlagen, Pflanzen gingen plötzlich ein. Giuseppe Schillaci engagierte den Detektiv Bernd Menge – und der installierte an dem Gartenhaus eine Mini-Kamera. „Im August konnten wir tatsächlich filmen, wie der Nachbar etwas in meine Blumenschale schüttete“, berichtet Schillaci. „Sofort gingen die Pflanzen ein.“

Der Vorstand des Kleingartenvereins zog die Konsequenzen und kündigte D. fristlos. Die Kamera allerdings blieb hängen – und zeichnete in der Nacht zum 28. Dezember Unglaubliches auf: Ein Vermummter kommt vom Grundstück des gekündigten Nachbarn auf das des Rentners, zerschlägt eine Lampe. Und wenig später steht das Gartenhaus in Flammen.

Zu erkennen ist der Täter auf dem neuen Video nicht – deshalb ist keineswegs klar, ob es sich um Josef D. handelt. Allerdings: „Wir ermitteln im Fall dieser Brandstiftung gegen den Nachbarn als Verdächtigen“, sagt Polizeisprecher Jürgen Lützen.